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Start der Reise

07. August 2018

 

Montag der 06.August 2018. Ursprünglich war der Plan am 05. August los zu kommen. Nur leider fehlte uns ein Papier für das Auto. Dazu kam dass unser selbst gebauter Offroad Camper noch nicht unseren Mindestanforderungen für die Abreise entsprach. Also legten wir Morgens wieder früh los. Ich kam zu spät, aber gab mein bestes damit wir wenigstens noch die Bank hinten im Pinzgauer einbauen konnten. 

 

Erst in den letzten 4 Wochen ist der komplette Kastenaufbau für den Pinzgauer entstanden. Dabei haben uns unendlich viele Menschen geholfen, auch wenn es oft aussichtslos schien, dass der Aufbau noch rechtzeitig fertig wird. Ein riesen Dankschön geht an dieser Stelle an alle Freunde, Helfer und Unterstützer, die angepackt haben und ermöglichten, dass wir am 06. August tatsächlich los fahren konnten. 

 

Als die Bank hinten im Pinz eingebaut war, kamen auch schon die ersten Freunde die uns noch verabschieden wollten. Alle packten mit an, die letzten Bretter wurden zersägt, damit wir sie für den weiteren Innenausbau einpacken konnten. Während die Aufräumarbeiten und Vorbereitungen zum Packen liefen, gingen Jan und ich abwechselnd noch ein letztes mal bei seinen Eltern zu Hause duschen. Dann bildeten wir Ketten um all unser Gepäck, die restlichen Werkzeuge und all das Zirkusequipment in den Pinzgauer zu befördern. Das funktionierte hervorragend und innerhalb von 15 Minuten war alles zur Abfahrt bereit. Jan fuhr den Pinz auf die Straße vors Tor und plötzlich war es soweit. „Wir können los!“

Nach dem wir alle Freunde nochmal fest in die Arme geschlossen hatten, ein paar letzte ermutigende Worte gefallen waren, setzen wir uns in unser zum bersten gefülltes Offroad-Mobil. Dann starteten wir ein Live-Video auf Instagram und fuhren los!

Während ich mit meinem Handy versuchte die Situation festzuhalten und möglichst cool dabei zu wirken, checkte Jan das Fahrverhalten vom Pinz und wirkte eindeutig lässiger als ich. Leider wollte die „10“, eine Sicherung die für das Standgas zuständig ist, nicht in Position bleiben, dadurch ging das Fahrzeug alle paar Meter an den Ampeln aus. Aber kein Problem, nachdem wir getankt hatten und ein paar Kilometern auf der Autobahn gefahren waren funktionierte alles super.

 

— Nun ist es soweit. Wir sind tatsächlich los gefahren und haben eine unfassbar verrückte, ereignisreiche und hoffentlich erfolgreiche Zeit vor uns.—

 

 Die ersten Kilometer saßen Jan und ich einfach nur nebeneinander und sagten kaum etwas außer vielleicht mal: „abgefahren… wir sind wirklich unterwegs…ich checks nicht…die „10“…die „10“ geht!!“. 

Ich muss ehrlich gestehen, ich habe unglaublichen Respekt vor dieser Reise und werde alle Menschen, mit denen wir die letzen Wochen noch soviel Zeit verbracht haben, sehr vermissen. Genau daran habe ich während den ersten Kilometern sehr viel gedacht: Alles wird sich verändern. Wir werden uns verändern, all unsere Freunde werden sich verändern und ich habe keine Ahnung wann wir wieder zurück kommen. Nun haben wir 1 1/2 Jahre vorbereitet, geplant, schon soviel darüber geredet, geschwärmt und nun geht es doch so plötzlich los. Ein mulmiges Gefühl!

 

Unseren ersten Stop machten wir bei Norbert Palme. Ein Kontakt von Jan der uns vor einigen Monaten unsere momentanen Pinzgauer-Reifen verkauft hatte. Nun gab er uns noch eine Pfanne und einen Benzinkocher als Leihgabe mit. Er zeigte uns kurz wie der Benzinkocher funktioniert und wir zeigten ihm den Aufbau des Pinzgauers. Dann fuhren wir weiter Richtung Bodensee.

 

Der erste Plan war, die Nacht so nah wie möglich am Wasser zu verbringen, um am nächsten Morgen direkt in den See zu hüpfen. Doch statt einen guten Platz zu finden fuhren wir über die Österreichische Grenze und fuhren dann wieder weg vom See. Wir hatten nicht den Plan auf einen Campingplatz zu gehen. Also fuhren wir von der Straße runter in ein kleinere Straße über die nächtlichen Felder in Richtung Wald. Dann kamen wir aber an einen kleinen Bauernhof wo noch Licht brannte. Wir bogen ein, ich sprang raus und fragte ob wir den Pinzgauer hinter die Scheune stellen dürften um hier zu übernachten. Der Mann willigte ein und seine Frau bot direkt an das wir uns noch ein Bier bei Ihnen holen könnten. Wir parkten den Pinzgauer und gingen direkt wieder zu Ihnen und tranken gemeinsam ein Bier und erzählten von unserem Vorhaben. Heidi und Herbert waren erstaunt. Heidi rief:“ Ha, zwei Verrückte!“ Aber sie waren beeindruckt. Dann machte Heidi Spagetti mit Tomatensauce und wir aßen gemeinsam zu Abend.

Nach ein zwei Bier und netten Gesprächen gingen wir das erste mal im Dachzelt schlafen. Ich geschlafen wie eine eins und habe das Bett erst 9 Stunden später wieder verlassen. Das erst mal nach 3 Wochen hatte ich nun mal wieder ausgeschlafen! 

Dann gabs Frühstück bei Heidi. Es gab Brot mit Nutella und Marmelade und einen kräftigen Kaffee. Herrlich! Der Hund Bolto war auch da und bettelte uns immer wieder an, ein Stück Holz zu werfen, damit er es wieder holen konnte. Einmal kickte Jan das Stück Holz mit dem Fuß weg, dabei verletzte er sich leider etwas, was er aber erst im laufe des Tages feststellte. Nach dem Frühstück zeigten wir Heidi und Herbert noch ein paar unserer Zirkuskünste. Jan fuhr Einrad und machte Handstände und ich Jonglierte. Dann zeigten wir den beiden noch den Pinzgauer und fuhren dann Richtung Innsbruck. 

 

Die Fahrt nach Innsbruck gestaltete sich spannend, da wir beschlossen hatten die Autobahnen zu vermeiden. Dadurch mussten wir natürlich über ein paar Berge. Wir überquerten den ersten Pass, benutzen das erste mal einen Ersatzkanister Sprit, machten auf dem zweiten Pass eine Pause und kochten eine Nudelsuppe. Danach schlief Jan 20 Min und dann ging es nach Innsbruck weiter. 

 

In Innsbruck sind wir jetzt bei Julian, einem Freund von mir, aus meiner Aubildungszeit in Köln. Wir hatten uns nun seit mehr als zwei Jahren nicht mehr gesehen. Julian und ich haben jetzt noch etwas Musik gemacht. Ja und ich haben unsere ersten Einträge für`s Internet verfasst gehen jetzt gleich schlafen. Wir schlafen heute Nacht nicht im Pinzgauer sondern im Haus. Das Zimmer einer Mitbewohnerin von Julian ist frei, da sie im Urlaub ist.

 

Der Start war nun sehr aufreibend und spannend, so dass ich direkt mal schön übertrieben habe mit dem Schreiben. Nicht alle Blog-Einträge werden so ausführlich sein, obwohl man es eigentlich hoffe möchte! Jetzt ist Schlafenszeit und Morgen gehts nach St. Michael im Lungau zu Bekannten von Jan.